Eins der wichtigsten Netzwerke, in denen Madonna e.V. organisiert ist, ist das Bündnis der Fachberatungsstellen für Sexarbeiterinnen und Sexarbeiter (bufas e.V.). Im bufas haben sich Fachberatungsstellen für Sexarbeiter*innen zusammengeschlossen, die die dauerhafte Verbesserung der Arbeits- und Lebensbedingungen von Sexarbeiter*innen, die rechtliche und soziale Gleichstellung mit anderen Erwerbstätigen und Entkriminalisierung und Entstigmatisierung fordern.
Die Mitglieder des Bufas beraten akzeptierend. Das bedeutet, dass die Beratungsstellen Sexarbeit als Arbeit verstehen. Deshalb findet die Beratung ergebnisoffen statt und orientiert sich an den Anliegen der Sexarbeitenden. Der Ausstieg ist nicht das vorrangige Ziel. Einige Beratungsstellen bieten auch Einstiegsberatung an.
Damit grenzt sich der bufas ganz klar von jenen Beratungsstellen ab, welche für das Sexkaufverbot sind und deren Hauptziel in der Beratung der Ausstieg bzw. die „Rettung“ der Sexarbeiter*innen ist.
Ein wichtiger Baustein des bufas e.V. ist die NetSWork Fachberatung. Dies ist ein gleichstellungspolitisches Projekt in Trägerschaft des Vereins, welches vom Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) gefördert wird. Zielsetzung des Projekts ist es, die Qualität der Fachberatung für Menschen in der Sexarbeit zu stärken.
Im Rahmen dieses Projektes werden regelmäßig Fortbildungsveranstaltungen zu unterschiedlichen Themen für Mitarbeitende der Fachberatungsstellen organisiert. Die Sozialarbeitenden der Madonna-Beratungsstelle profitieren von diesem Angebot, unter anderem weil es ihnen den Austausch mit den Mitarbeitenden anderer Beratungsstellen ermöglicht und die Inhalte auf die Zielgruppe zugeschnitten sind.
Darüber hinaus arbeitet NetSWork Fachberatung an der Qualitätssicherung der Sozialen Arbeit mit Menschen in der Sexarbeit. In diesem Zusammenhang wurde seit 2024 eine Studie durchgeführt und als Ergebnis in diesem Jahr Qualitätsstandards und Empfehlungen für Fachberatungsstellen für Menschen in der Sexarbeit veröffentlicht. An dem Forschungsvorhaben waren sowohl Nutzende als auch Mitarbeitende der Fachberatungsstellen beteiligt.